***Neues aus der Hexenküche***

Hier geht es nicht nur um schwarze Katzen, Kröten. spitze Hüte und Tänze im Mondschein…mein Blog über Hexerei, heidnische Spiritualität und ein Leben voller Magie

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Ein Besen für die Geister

Veröffentlicht von hekatetempel am August 28, 2010
Veröffentlicht in: Hexenkunst- Handwerk eines Hexers. Schlagwort: besen, besen als amulett, besen geister, besen herstellen, Geister, Hexenbesen, hexenbesen herstellen. Ein Kommentar

Nachdem wir unser Häuschen bezogen haben, wollte ich ursprünglich einen schönen Reisigbesen für unsere Eingangstür binden. Reisigbesen die mit dem Reisig nach oben, vor die Haustür gestellt werden, bringen Schutz für die Schwelle (natürlich nur wenn sie ähnlich wie ein Amulett geladen wurden). Besen die mit den Borsten oder dem Reisig nach oben vor der Haustür stehen, sind auch ein internes Erkennungszeichen für Hexen.

Also bin ich los gezogen um meine Materialien zu sammeln. Es war Mitte März und wir hatten immer noch Schnee und es war kalt, aber davon habe ich mich nicht beirren lassen. So hatte ich wenigstens die Gelegenheit frische Zweige für das Reisig zu schneiden- ohne das ich die ganzen Blätter entfernen musste. Für den Reisig habe ich Zweige von Birken, Weiden und Hartriegel genommen. Hartriegel hat schöne rötliche Zweige. Für den Besenstiel bin ich an einen Ort gegangen, der eine besondere Bedeutung für mich hat und ich habe eine Beziehung zu den dortigen Ortsgeistern (über die Jahre aufgebaut). Ich habe mir einen schönen Ast einer Weide geschnitten, der eine kleine Gabelung an der Spitze hatte. Die Geister haben Opfergaben von mir bekommen, ein paar Trockenfrüchte, etwas Vogelfutter und Milch.

Das Reisig habe ich erst ein Paar Tage liegen lassen, in der Zwischenzeit habe ich den zukünftigen Besenstil von seiner Rinde befreit- Weiden haben schönes helles Holz. Auf das nun helle Holz habe ich drei Runen gemalt, Fehu, Algiz und Dorn- zusammen sollen sie mir Schutz ins Heim bringen, Segnungen und Glück.

Ein paar Tage später habe ich dann den Reisig gebunden, mit roter Wolle und habe dann den Besen fertiggestellt.

In den Reisig habe ich einen kleinen Katzenknochen eingearbeitet (sie war einer meiner Hauskatzen die leider überfahren wurde), einen Fuchsschädel den ich mal vor Jahren im Wald gefunden habe- und der all die Jahre auf eine Aufgabe gewartet hat. Außerdem drei Krähenfedern, die ich gefunden habe und drei dornige Zweige einer Hundsrose.

Während des abnehmenden Mondes wollte ich den fertigen Besen dann weihen, mit Kraft aufladen, beleben und ihm seine Aufgabe übertragen- das Heim zu schützen.

Doch während des Rituals, hat sich eine Eigendynamik entwickelt und der Besen schien doch für etwas anderes bestimmt zu sein, er wird zwar unser Heim schützen- doch nicht an unserer Türschwelle. Der Besen ist zu einem Aufenthaltsort für die Geister in unserem Heim geworden, vor allem für die Ahnen und meine Schutzgeister. Er steht jetzt an meinem Herd-Altar in unserem Ritualzimmer und bewacht eine andere Schwelle- den Übergang von Sakral und Profan.

Die sterbende Eiche

Veröffentlicht von hekatetempel am August 24, 2010
Veröffentlicht in: Erfahrungen, Inspirationen und Gedanken. Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe heute einen Spaziergang durch den Wald gemacht, der Sonnenschein und der Wind haben meine inneren Batterien wieder ordentlich aufgeladen.

Bei dem Spaziergang kam ich auch an der Königseiche vorbei. Eine wunderschöne alte Lady die über 600 Jahre auf dem Buckel hat. Ich kenne diesen Baum schon seit meiner frühen Kindheit, bei Wanderungen mit einer Uroma haben wir unter dieser Eiche rast gemacht, mit dem Kindergarten sind wir regelmässig zu ihr gegangen, wir Kinder haben uns an den Händen um die Eiche versammelt und wir sollten herausfinden wi eviele Kinder nötig sind, um sie komplett zu Umrunden. Später als Teenager, als mein Interesse an Hexerei und dem Heidentum erwachte, bin ich regelmässig zu der Eiche gegangen, habe dort meditiert, mir Kraft geholt, konnte den Alltag etwas hinter mir lassen. All die Jahre, hat die Eiche wie eine alte- aber würdevolle Dame gewirkt. Sie hat Lebenskraft ausgestrahlt und mir schien es so, als würde der Geist des Baumes sich über die Besuche von uns Menschen freuen- auch wenn wir nur ein kurzes Aufblitzen in dem Leben eines Baumes sind. Seit zwei oder drei Jahren hat sich die alte Lady verändert. Die Lebenskraft die sie sonst immer ausstrahlte, wurde weniger und weniger, bis um die Dame eine Art Sog entstand, ein ziehen und drängen, hinab in die Tiefen der Erde. Von mal zu mal wurde mir dieser Sog mehr bewusst. Seit einiger Zeit steht vor der Königseiche auch ein Schild, auf dem erklärt wird, dass dieser Baum stirbt. Man soll sich nicht unter ihr aufhalten- wegen Astbruch.

Selten sieht man alte Bäume die sterben, dessen Bewusstsein und Lebenskraft aus der Welt gleiten, einen Übergang schaffen. Sonst werden absterbende Bäume meist gefällt- und damit getötet.

Als ich heute an der Eiche war und meditiert habe- habe ich mich auf den Sog eingestimmt, habe mich ein Stück mit hinab ziehen lassen. Sterbende Bäume scheinen gute Pforten zu sein- um ein Tor in die Unterwelt durchschreiten zu können. Während meiner Meditation habe ich eine Botschaft der alten Lady bekommen, sie sagte ich soll ihr meine Ängste und Zweifel überlassen, meine Sorgen. Sie zieht sie mit nach unten. Und dies habe ich getan und ihr gedankt.

Es scheint mir so, als würde das Sterben dieser alten Lady freudvoll sein, als würde sie den Prozess genießen, ganz anders als wir Menschen.

Aber merkwürdig ist es für mich schon, über 600 Jahre war diese Eiche dort, hat das Leben an sich vorbeiziehen erlebt, all die Veränderungen. Wie viele Menschen haben sich wohl unter ihrem Laubdach geliebt, wie viele Kinder haben in den Jahren um ihren Stamm getanzt, ob auch andere Menschen sich von ihr Kraft und Rat geholt haben- so wie ich? Vielleicht kamen über die Jahre auch andere Hexen aus dem Dorf zu ihr um Kraft zu sammeln? Wer weiß.

Alles Lebendige stirbt zu seiner Zeit, selbst die Sterne hoch am Firmament, nur der Wandel selbst ist unsterblich.

moderne Hexenmythen 4

Veröffentlicht von hekatetempel am August 20, 2010
Veröffentlicht in: Hexerei. Schlagwort: Hexe, Hexengeschichte, Hexenkunst, Hexensabbat, Hexerei, Satanismus, Teufel, teuflisch, Wicca. Hinterlasse einen Kommentar

Hexen sind katzenopfernde Satanisten:

 

Ein Mythos der zwar nicht modern ist, aber sich im Bewusstsein der Menschen hartnäckig hält, ist das Hexen böse Satanisten sind, die schwarze Magie wirken, Katzen opfern und das Christentum verhöhnen.

 

Dieser Mythos ist falsch. Hexerei und Satanismus sind nicht das Gleiche. Moderne Hexen verehren nicht den jüdisch-christlichen Satan, auch keine „Dämonen“ und sind auch nicht böse.

 

Doch um diesen Mythos zu entschlüsseln muss ich etwas tiefer in die Thematik eindringen.

 

Hexen sind keine Satanisten (auch wenn es Satanisten gibt, die sich selbst als Hexen bezeichnen, sind diese eher die Ausnahmen). Doch was sind Satanisten? Im modernen Volksglauben kommen einen teufelsanbetende Jugendgruppen- oder satanische Sekten vor Augen, die Kirchen schänden, Tiere opfern, aus Spaß und Freude Schadenszauber wirken. Doch auch dies ist nichts als ein Mythos. Zwar gibt es Jugendliche- und Gruppen die soetwas praktizieren- doch diese sind keine Satanisten, sondern Psychopathen. Der moderne Satanismus ist stark von Anton Szandor Lavey und seiner Church of Satan geprägt. Satanisten distanzieren sich von den oben genannten Phänomenen und Erscheinungen und nutzen ihre „satanische Spiritualität“ um sich aus den Konfessionen, anerzogenen Moralvorstellungen und Zwängen des Christentums zu lösen- und zu befreien. Näheres über die Church of Satan und modernen Satanismus: Wikipedia-Church of Satan

 

Viele Vorurteile und Sichtweisen die ein Großteil der Menschen über Satanismus haben- sind unbegründet und reine Mythen.

 

Genauso verhält es sich mit der Hexerei. Hexenkunst ist ein lebensbejahender spiritueller Pfad- die Hilfsmittel, Werkzeuge und das Handwerk der Hexenkunst werden nicht nur benutzt um sich mit den Gottheiten, Geistern und Ahnen zu verbinden, sondern um das eigene Leben zu verbessern und reichhaltiger zu machen. Hexerei hat nichts mit schwarzer Magie zu tun, genausowenig mit weißer Magie (auch wenn viele moderne Hexen sich strikt als weiße Hexen bezeichnen). In der traditionellen Hexenkunst ist Magie etwas vielfarbiges und vielfältiges, Dunkelheit und Licht führen zum Gleichgewicht im Geist der Hexe. Viele Dinge die im Christentum als sündig betrachtet werden sind in der Hexenkunst heilig, Sexualität und Ekstase sind Ausdruck des Göttlichen.  Diese unterschiedlichen Sichtweisen zwischen Hexenkunst und christlicher Moral führen zu vielen Fehlinterpretationen. Viele Hexen verehren den gehörnten Gott- Herr über alles was wild und frei ist, über Ekstase, sexuelle Freude. Er ist irdisch, verkörpert sich in der materiellen Welt und gleichzeitig auch in der Unterwelt. Er wird in der Natur verehrt, seine Rituale sind die Sabbate der Hexerei, er wird dargestellt als halb menschlich, halb tierisch. Er hat Bocksfüße, einen animalischen Phallus, den Oberkörper eines Mannes, Ziegen-, Widder- oder Stierhörner krönen sein Haupt. Er ähnelt in vielem den Vorstellungen des mittelalterlichen Teufels- der Gehörnte ist aber nicht der christlich-jüdische Satan. Er verbindet die Gegensätze, Tierwelt, Menschenwelt, Natur und das Göttliche- denn alles ist göttlich.

 

Opfern Hexen Tiere? Um auf diese Frage zu antworten, muss ich erst auf die Tieropfer in der vorchristlichen Zeit eingehen. Viele Menschen stellen sich Tieropfer als etwas perverses und grauenvolles vor. Eine entführte Nachbarskatze die in einem düsteren Ritual grausam getötet und verstümmelt wird. Von der  Wahrheit ist dies weit entfernt. In der vorchristlichen Zeit waren Tieropfer etwas alltägliches und heiliges. Es ging nicht darum das Tier für eine Gottheit oder ein Geistwesen zu töten, sondern darum das Leben zu nähren. Die Tiere die in Ritualen für die alten Götter geopfert wurden, wurden nach dem Ritus gegessen. Die Gottheiten bekamen das Blut und die Eingeweide der Opfertiere, das Fleisch wurde für die Menschen zubereitet. In früheren Zeiten war es für arme Menschen oft die einzige Gelegenheit Fleisch zu essen. Das Tieropfer verbindet die Welt der Gottheiten mit den Menschen. Das Tier war ein Geschenk von den Gottheiten, es wurde von den Menschen gehegt und gepflegt, respektvoll behandelt, da es etwas heiliges war. Um die Menschen zu ernähren wurde es getötet, den Gottheiten wurde für das Tier (und damit das Überleben der Menschen) gedankt und sie bekamen ihren Anteil an dem Opfer des Tieres. Das Blut des Opfertieres nährt die Geister und die Gottheiten, das Fleisch die Menschen. In der heutigen Zeit werden keine Tieropfer mehr von Hexen praktiziert, viele Hexen sind Vegetarier und verachten das Töten von Tieren. Auch die Hexen die Fleisch essen, opfern keine Tiere. Unsere Art zu leben hat sich verändert, kaum Menschen halten noch Nutztiere, die noch zuhause geschlachtet werden, wir kaufen das Fleisch fertig abgepackt im Supermarkt. Doch werden unsere Tiere, die uns heute ernähren noch respektvoll gehalten und geschlachtet? Ist sich überhaupt noch jemand bewusst darüber, das ein Tier sterben musste um uns zu ernähren? Heutige Hexen bringen Speiseopfer für die Gottheiten und Geister. Ein heiliges Mahl, das zwischen den Gottheiten,Geistern und Menschen geteilt wird. Wenn Blutopfer gegeben werden, dann vom eigenen Blut der Hexe, was meist nur einige Tropfen sind.

 

Beschwören Hexen Dämonen? Auch hier kann man keine einfache ja- oder nein Antwort geben. Ein Großteil der modernen Hexen hat mit Dämonen oder anderen Geistwesen wenig am Hut. In der traditionellen Hexenkunst sieht dies wieder anders aus- in der Traditionellen Hexerei ist es essentiell Verbindungen zu Geistwesen aufzubauen. Die Familare, die Schutzgeister der Hexe, Führer, die Geister der Natur die einen Umgeben, die Ahnen etc.. Aus der christlichen Sichtweise sind dies wahrscheinlich alles Dämonen- doch aus der Sicht und Erfahrungsweise der Hexe, sind es hilfreiche segenbringende Geister. Wenn man sich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Dämon ansieht, hat man keinen bösen teuflischen Geist, wie Dämonen heute gedeutet werden, sondern einen Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen. Das Wort Dämon kommt aus dem Altgriechischen- Daimon. Daimonen waren Zwischenwesen , höher entwickelt als Menschen, aber keine Gottheiten. Sie sind in diesem Weltbild Vermittler und Verbinder. Keine bösen unheimlichen Geister. In der griechischen Philosophie  entwickelt sich das Bild der persönlichen Daimonen, Schutzgeister die jeder Mensch hat, die einen führen und schützen. So wirken auch die Familare der Hexen. Auch der Engelsglauben kommt ursprünglich aus der griechischen Antike. Das Wort Engel kommt von Angelos- Bote. Bestimmte Arten von Daimonen wurden als Boten der Gottheiten gesehen- was sich nach der Christianisierung zum christlichen Engelglauben entwickelte. Wenn man die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Daimon auf die traditionelle Hexerei bezieht, dann kann man die Frage ganz klar mit einem ja beantworten. Hexen haben Verbindungen zu Daimonen (Führer, Vermittler, Schützer). Wenn man die christlich verteufelte Interpretation nimmt- Dämonen als böse Geister, dann ist die Antwort ein klares Nein.

 

Die Hexenkunst ist heute ein eigener spiritueller Pfad, der mit den christlichen Moralvorstellungen wenig vereinbar ist.

Der christlich-jüdische Satan spielt im Weltbild der modernen Hexen keine Rolle, da sich die Hexenkunst aus den christlichen Moralvorstellungen herausgelöst hat und heidnische Gottheiten verehrt werden.

Von den Geistern in unserem Hexenhäuschen

Veröffentlicht von hekatetempel am August 18, 2010
Veröffentlicht in: Erfahrungen, Inspirationen und Gedanken. Schlagwort: Familare, Geister, Haus, Hausgeister, Heim, Hexe, Hexenhaus, Hexerei, Mythen. Hinterlasse einen Kommentar

Als wir im März in unser eigenes kleines Hexenhaus gezogen sind und der Umzugs-, Auspack- und Einräumstress endlich hinter uns lag, habe ich begonnen mich mit den Geistern unseres neuen Heimes zu verbinden.

 

Vielleicht sollte ich erstmal kurz erklären was für Geister sich normalerweise in einem Heim niederlassen.

 

Im animistischen Weltbild ist alles in der Natur beseelt und von Geistern erfüllt, jeder Baum, jeder Stein, jede Quelle- alles ist von Geistern erfüllt. All die Opferrituale die seit Jahrhunderten von Menschen ausgeführt werden, dienen dazu, sich mit den Geistern zu verbinden, die einen umgeben und sie wohlwollend zu stimmen.

 

In und um jedes Haus gibt es Geister. Zum einen sind es die Geister des Bodens, die Geister des Grundstücks auf dem das Haus erbaut wurde. Geister die eigentlich für das Wachstum und Gedeihen auf dem Land zuständig sind- kurzum die Ortsgeister. Dann kann es vorkommen, dass noch Geister der vorherigen Bewohner anwesend sind und diese sich in dem Haus noch aufhalten, meist sind es aber eher Echos ihrer Gefühle, Eindrücke und Erlebnisse die in einem Heim verbleiben. Dann die Geister die in den Volkssagen als Hausgeister beschrieben werden und den Menschen helfen oder ihnen Streiche spielen. Auch das Haus selbst hat einen Geist, das Haus bezieht seinen Geist aus den Materialien aus dem es gebaut wurde, aus den Erlebnissen, Gefühlen und Erfahrungen der Menschen und Tiere, die in dem Haus lebten und auch aus den Geistern die das Haus umgeben- ein kollektiver Geist der das Haus erfüllt und beseelt.

 

In den ersten Wochen ging es erstmal darum zu reinigen, das Alte auszukehren, den hier anwesenden Geistern Opfergaben zu bringen: Milch, Räucherungen und Honig.Vor allem ging es darum  ein Gefühl für die Geister hier zu bekommen. Es waren einige dabei, die nicht sehr förderlich für unser leben hier waren, andere die sehr offen uns gegenüber waren (und sind). Einige Geister musste ich verbannen, mit anderen haben wir uns angefreundet. Andere haben sich in Bereiche des Heims zurückgezogen, die wir selten betreten (Ecken im Stall, der Dachboden). Auch die Geister aus unserer alten Wohnung (die uns hier her begleiten konnten) mussten hier integriert werden, auch meine Familare, Schutzgeister und die Ahnen. Als Fokuspunkt für meine Familare, Ahnen und Schutzgeister habe ich einen kleinen Kamin aufgebaut, der den Herd unseres Heimes symbolisiert. Dort verbinde ich mich mit ihnen und sie bekommen ihre Speise- und Räucheropfer. Auch mein Handwerkszeug befindet sich an diesem Herd, mein Hexenkessel, mein Besen, der gegabelte Wanderstab, mein Zauberstab aus Eibenhozl, eine Rassel und eine kleine Trommel.

 

Nach einigen Wochen hier in unserem Heim, habe ich bemerkt das immer mal wieder fremde Geistwesen im Haus anwesend sind. Wir wohnen hier am Fuße eines alten Galgenhügels, die letzte Hinrichtung war in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hinzu kommt, dass wir an einem Geisterweg leben, dies sind Wege die alte Friedhöfe miteinander verbinden, meist liegen diese Wege an den Ley-Linien (energetische Linien die besondere Kraftplätze verbinden) und Geister von Verstorbenen werden über diese Wege geleitet, zu bestimmten Schwellenorten, an denen sie die Schwelle überschreiten können. So ist es nicht verwunderlich, dass einige von ihnen sich durch die Sachen die ich so mache angezogen fühlen.

 

Also hieß es Schutz, Schuzt und nochmals Schutz. Amulette die ich ums Haus vergraben habe, eine Hexenflasche vor der Eingangstür, ein Schutzkreis ums Haus. Und es hat auch geholfen, die Besuche sind weniger geworden, aber ab- und an scheint schon noch etwas durchzukommen. Aber nicht mehr so penetrant wie vorher.

 

Und mit den Geistern hier auf unserem Grundstück und unseres Hauses wachsen wir immer mehr zusammen, was vermutlich der beste Schutz ist.

Schwarzmond

Veröffentlicht von hekatetempel am August 10, 2010
Veröffentlicht in: heidnische Spriritualität. Ein Kommentar

Die drei Tage des schwarzen Mondes sind für mich eine besondere Zeit in jedem Monat.

 

In den heutigen (Mond)Kalendern wird diese Phase des Mondes als Neumond bezeichnet. Obwohl der neue Mond ursprünglich die erste Mondsichel nach dem schwarzen Mond beschrieb.

 

Im antiken Athen war der Schwarzmond das Ende des Monats, der neue Monat begann an dem Tag, an dem die erste Mondsichel wieder sichtbar wurde. Der Schwarzmond war somit eine Schwellenzeit. Der alte Monat ist noch nicht beendet, der Neue hat noch nicht begonnen. Für die Menschen der Antike war dies der Zeitpunkt sich mit den Ahnen zu verbinden, mit den Geistern des Heimes und auch mit den umherirrenden Geistern. Es war auch eine Zeit der Reinigung, die Heime wurden gereinigt, altes wurde ausgekehrt. Und vor allem war diese Schwellenzeit mit der Göttin Hekate verbunden. Und der schwarze Mond war der traditionelle Zeitpunkt ihr Opfergaben zu bringen.

 

In der modernen Hexerei liegt ein Tabu auf dem Schwarzmond. Viele Bücher über moderne Hexenkunst warnen sogar davor, irgendwelche magischen Praktiken während dieser Zeit zu machen. Aber für dieses Tabu werde ich zum nächsten Schwarzmond einen eigenen Artikel schreiben.

 

In der antiken Hexerei war der Schwarzmond eine besonders günstige Zeit um zu praktizieren. Und auch heute liegt viel Macht in dieser Mondphase.

 

In der Zeit des schwarzen Mondes reinige ich mein Heim, vor allem „energetisch-spirituell“ ein besseres Wort fällt mir dazu nicht ein. Ich räuchere unser Haus mit reinigenden Kräutern und Harzen aus, mache mein Besenritual- bei dem ich unerwünschte Energien und Geister aus unserem Heim kehre. Ich halte auch eine Rückschau auf den vergangenen Mondumlauf, was hat sich in meinem Leben ereignet, welche Ziele habe ich diesen Monat erreicht, was ist liegengeblieben? Vor allem ist es eine Zeit der Verbindung und des Dankes. Ich danke meinen Familaren, Schutz- und Hilfsgeistern und auch meinen Ahnen. Auch den uns wohlgesonnenen Geistern in und um unser Heim. Ich beopfere die Geister mit Milch, Honig, Speisen und Räucherwerk, manchmal auch mit ein Paar Tropfen meines Blutes. Diese Opfergaben bringe ich dann später an zwei Zypressenbäume vor unserem Hintereingang- von diesen Bäumen schneide ich auch Zweige und Früchte für meine Räuchermischungen- ein Geben und Nehmen.

 

Auch der Hexenkönigin Hekate danke ich in dieser Zeit für ihren Segen im vergangenen Mondumlauf. Und bitte sie darum mich auch im nächsten Mondumlauf unter ihren Schutz zu stellen. Ihre Opfergaben bringe ich auf eine Wegkreuzung, auch die Reste der Reinigungsrituale, ich bitte die Göttin alles Negative umzuwandeln.

 

Vor allem ist der schwarze Mond eine Schwellenzeit- es ist leichter zu dieser Zeit in Verbindung mit den Geistern zu treten, vor allem wenn man auf einer Wegkreuzung ist, an einer Waldlichtung, oder an einem Flussufer. Während der Dämmerung oder der Mitternacht (der wirklichen).

Hekate Tempel

Veröffentlicht von hekatetempel am August 9, 2010
Veröffentlicht in: heidnische Spriritualität. Schlagwort: Göttin, große Göttin, große Mutter, Hekate. Hinterlasse einen Kommentar

Meine alte Hekate Tempel Homepage wurde vor kurzem leider gelöscht.

All meine Dateien waren weg.

Nun sind die ersten Seiten des neuen Hekate Tempels online:

Tempel der Hekate

Die Seite ist zwar noch im Aufbau, aber ich wünsche viel Freude und Inspiration mit den bisherigen Informationen

Moderne Hexenmythen3

Veröffentlicht von hekatetempel am August 9, 2010
Veröffentlicht in: Hexerei. Schlagwort: Cernunnos, Dionysos, Herne, Hexe, Hexengeschichte, Hexenkunst, Hexensabbat, Hexerei, Luzifer, Mythen, Pan, Sabbat, Teufel, teuflisch, Wicca. Hinterlasse einen Kommentar

Womit wir zum nächsten Mythos kommen:

 

Der Teufel spielte und spielt in der Hexerei keine Rolle.

 

– Auch dieser Mythos ist Fiktion.
Auch wenn moderne Hexen sich gerne vom Teufel distanzieren, ist diese Behauptung nicht
ganz richtig. Die Aussage der christlich-jüdische Satan hat in der Hexenkunst keine Rolle, ist treffender.

 

Der Teufel wird erst ab der Renaissance mit Hexerei in Verbindung gebracht.
Vorher wurde Hexerei mit der nächtlichen Göttin verbunden, die über die Toten und die Geister herrscht, die Zaubereien lehrt und in deren Namen die Hexen segnen und verfluchen. Von der antiken Hekate- bishin zur mittelalterlichen Holda hat sich an diesem Bild nur wenig verändert.
Erst ab der Renaissance verblasst diese Göttin und der Teufel tritt im allgemeinen
Volksglauben an ihre Stelle und wird zum Meister über die Hexen.
Doch schon seit dem frühen Christentum werden die heidnischen Götter als böse Dämonen abgestempelt und verteufelt.
Im christlichen Weltbild wird der Teufel mit Satan identifiziert- dem Gegenspieler des christlich-jüdischen Gottes. Doch wird dieser in der Bibel niemals als gehörnt oder bocksfüßig beschrieben. In dem mittelalterlichen Bild des Teufels spiegelt sich viel von vorchristlicher Spiritualität wieder. Der gehörnte Teufel des Mittelalters verkörpert Sexualität, Lebensfreude, Fruchtbarkeit, animalische Triebe- alles was die prüde Kirche im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt hat. In seinem Bild ähnelt der Teufel stark dem griechischen Pan und Dionysos den ekstatischen Göttern die mit den Hörnern eines Ziegenbocks(Pan) und Stiers (Dionysos) dargestellt wurden . Nicht nur in seinem Erscheinungsbild- mit Widder- oder Stierhörnern, Bocksfüßen, Nacktheit sondern auch mit dem Wesen dieser Gottheiten hat er einiges gemeinsam.
In der Renaissance erscheint der Teufel den Hexen als eine Art Erlöser, der sie über das Leiden des Alltags erhebt und ihnen Freuden und Ekstasen schenkt- ähnlich den Mänaden der Antike.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Hexen (die meist ungebildet waren) der Renaissance davon überzeugt waren, jenes Wesen das ihnen in ihren Ekstasen erschien und ihre Gebete erhörte- der Teufel war,
auch wenn es ursprünglich ein heidnischer Gott war.
In der modernen Hexerei wird der gehörnte Gott zwar verehrt- aber statt den Ziegen- und Widderköpfigen oder von Stierhörnern Gekrönten, stellen sie ihn mit dem Geweih eines Hirsches dar. Wahrscheinlich um sich von den teuflischen Assoziationen abzugrenzen,
die entstehen könnten, wenn sie ihn mit den Ziegenhörnern darstellen würden, sie betonen ja immer wieder, dass sie nicht den Teufel anbeten.
Schon die Bezeichnung der Gehörnte passt nicht zu dem modernen Bild, da Hirsche Geweihe tragen und keine Hörner.
Der geweihtragende Gott ist zwar auch eine alte heidnische Gottheit, aber gehört einem ganz anderen Weltbild an als der Gehörnte der Hexerei, im ursprünglichen Sinne.
Vor allem im mittelalterlichen England wurde der geweihtragende Gott im Volksglauben
verehrt und auch gefürchtet. Als nächtlicher Herr über die wilde Jagd, Herne der Jäger,
der seine Wurzeln wahrscheinlich in dem keltischen Cernunnos hat.
Diese Gestalt des Volksglaubens wurde zwar auch mit dem Teufel gleichgesetzt,
aber seine Darstellungsweise und seine Wesenszüge im Volksglauben unterscheiden
sich stark von dem klassischen gehörnten Teufel.

 

Der Gehörnte verkörpert all das, was der Teufel der Renaissance verkörperte (diese Gestalt ist aber nicht identisch mit dem Satan der Bibel, oder gar ein böser „Dämon“).
Er ist der Herr über die Lebensfreude, die Ekstase, den Rausch, Sexualität, ein Gestaltswandler und auch ein Trickser. Herrscher über alles was frei und wild ist.
In vielen Erscheinungsformen der traditionellen Hexerei wird er als Herr des Sabbats
verehrt und Hexen stellen ihn auf die ursprüngliche Weise dar.

 

Der geweihtragende Gott wird von den modernen Wicca beeinflussten Hexen stark verehrt, auch wenn diese ihn als den gehörnten Bezeichnen und wenig zwischen den beiden Gestalten unterscheiden. Bei den meisten modernen Hexen werden seine Geweihe mit dem Sonnenlicht in Verbindung gebracht. Auch in der traditionellen Hexerei wird der geweihte nächtliche Jäger verehrt- und mit Hexerei verbunden. Vor allem in England. Aber seine Darstellung dort ist „düsterer“ und irdischer als in der Wicca-Hexerei.

Moderne Hexenmythen2

Veröffentlicht von hekatetempel am August 9, 2010
Veröffentlicht in: Hexerei. Schlagwort: Hexe, Hexengeschichte, Hexenkunst, Hexerei, Kundige Männer, Mythen, Weise Freuen, Wicca. Hinterlasse einen Kommentar

Hexe wird man nur indem man durch einen Coven eingeweiht wird:

 

– Wie ich oben schon erwähnt habe, sind Hexencoven eher ein modernes Phänomen.
In früheren Zeiten war Hexerei etwas, dass entweder alleine praktiziert wurde,
oder im Schutz der Familie.
Das es organisierte Hexencoven gab- wie in der heutigen Zeit ist zweifelhaft.
Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, das es kleine Hexenzirkel gab,
die sich trafen um verschiedene Praktiken zusammen zu machen, aber nicht
in der modernen Version eines Hexenzirkels.

 

In der griechisch-römischen Antike war Magie etwas, das man alleine praktizierte.
In der Literatur sind vor allem alleinpraktizierende Hexen verbreitet,
die ihren Lebensunterhalt mit Hexerei verdienten. Wenn von Gruppen von Hexen
die Rede ist, dann ist es meist so, dass sie sich zu verschiedenen Zaubereien oder Riten zusammenfinden,
aber ansonsten für sich „arbeiten“.

 

In den mittelalterlichen Quellen über Hexerei ist oft zu erfahren,
dass Hexen durch eine nächtliche Göttin in die Hexenkunst „eingeweiht“ wurden.
In Trancen, Ekstasen und traumähnlichen Erfahrungen erscheint sie einzelnen Menschen
und lehrt ihnen Hexenkunst. Woraufhin sie sich regelmässig mit dieser Göttin treffen,
in Trance und zusammen mit der Schar der Göttin (die aus anderen Hexen, den Toten und Ungeborenen besteht) durch die Nacht ziehen um zu segnen und zu verfluchen.

 

In der Renaissance tritt dann der Teufel auf den Plan, der seine Hexen in die Hexenzirkel
einführt und von ihnen verlangt dem Christentum abzuschwören.
Doch auch in diesem Hexenbild wirken die einzelnen Hexen neben den Treffen beim Sabbat alleine und bringen Unglück und Verderben im Namen des Teufels (jedenfalls aus Sicht der Kirche).

 

Auch die christianisierten „weißen Hexen“ (die weisen Frauen und kundigen Männer) wirken in Europa bis ins 19. Jahrhundert alleine, bieten ihre Dienstleistungen an, ihre Rezepte, volksmagischen Zauber, Enthexungsmittel.

Moderne Hexenmythen1

Veröffentlicht von hekatetempel am August 9, 2010
Veröffentlicht in: Hexerei. Schlagwort: Hexe, Hexenkunst, Hexerei, Mythen, Wicca. Hinterlasse einen Kommentar

Mythe:

 

Hexerei ist eine ungebrochene Tradition, oder wie einige Hexen in ihren Büchern immer wieder behaupten, die älteste Religion der Welt.

 

– Hexerei ist ein kulturübergreifendes Phänomen und in den verschiedenen Kulturen, gab es zu verschiedenen Zeiten, sehr ähnliche Vorstellungen über Hexen.
Doch Hexerei ist keine durchgehende Tradition, oder im Ursprung eine Religion.
Die modernen Riten sind stark durch die zeremonielle Magie beeinflusst,
die Werkzeuge und Hilfsmittel, die Ritualstrukturen, die Moralvorstellungen,
sind alles andere als alt. Wie gesagt ist Wicca in den 1950 ger Jahren entstanden.
Doch viele moderne Hexen glauben, dass Hexen im Mittelalter- oder in der Renaissance
die gleichen Werkzeuge benutzten, die gleichen Rituale zelebrierten.
Einfache Menschen auf dem Land hätten sich zu der Zeit keine Kelche, Schwerter,
Weihrauchgefäße etc. leisten können.
Diese Sichtweise ist reine Fiktion.
Auch das Hexen sich in organisierten Hexenzirkeln trafen- ist schwer vorstellbar.
Dies ist ein sehr modernes Phänomen.

 

Die Hexerei der Vergangenheit war wahrscheinlich recht simpel, Volksmagie
die mit dem durchgeführt wurde, was entbehrlich war.
Wirkliche Hexerei war eher etwas das in Familien praktiziert wurde, was in früheren Zeiten in fast allen Handwerken der Fall war, der Sohn eines Bäckers wurde auch Bäcker,
der Sohn eines Schmiedes wurde auch Schmied. Wenn man Hexen als Spezialisten
für volksmagische Praktiken sieht, kann man sich gut vorstellen, dass bestimmte Praktiken von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurden. Dann aber durch Kriege, Religionskriege,
Hungersnöte, Epidemien etc. nur in bruchstückhafter Form weitergeführt werden
konnten und Wissen und Praktiken verloren gingen.

 

Es ist auch nicht so, dass Hexerei überall in den verschiedenen Zeiten und Regionen
auf die gleiche Weise praktiziert wurde. Schon in der antike gab es Hexerei-
diese unterschied sich allerdings in einigen Punkten von der mittelalterlichen Hexerei,
oder der Hexerei in der Renaissance oder gar der modernen Hexerei.

 

Hexerei kann auch nicht als eigenständige Religion gesehen werden, in der vorchristlichen Zeit war Hexerei in die Kulte eingebettet. Im antiken Griechenland war beispielsweise
Hekate die Schutzpatronin der Hexerei. Diese Göttin wurde allerdings nicht nur
von Hexen verehrt, sondern auch von durchschnittlichen Menschen.
In der christlichen Zeit entstand ein starker Synkretismus zwischen vorchristlichen und christlichen Vorstellungen und aber der Renaissance ist Hexerei klar christlich geprägt
und die heidnischen Wurzeln sind nur noch bruchstückhaft erhalten.
Hexerei war also in die jeweiligen Religionen eingebettet.

 

Was nicht heißen soll, dass moderne Hexen ihre Hexerei nicht als Religion sehen sollen, für viele moderne Hexen ist der religiöse Aspekt der Hexenkunst sehr wichtig und erfüllend. Aber zu sagen Hexerei sei die älteste Religion der Welt ist einfach eine falsche Vorstellung. In der heutigen Zeit ist Hexerei zu einer Religion geworden, magische Handwerkskunst und spiritueller Pfad sind in der heutigen Hexerei miteinander verwoben und schwer zu trennen.

Wiedergeburt der Hexenkunst

Veröffentlicht von hekatetempel am August 9, 2010
Veröffentlicht in: Hexerei. Schlagwort: Familare, Geister, Hexe, Hexenkunst, Hexerei, Magie, Wicca, Zauberei. Hinterlasse einen Kommentar

Heute erfährt die Hexenkunst nicht nur eine Wiederbelebung,
sondern eine regelrechte Wiedergeburt.
Überall in der westlichen heutigen Welt, praktizieren Menschen
verschiedene Erscheinungsformen der modernen Hexerei.
Von organisierten Gruppen und Traditionen, eklektischen Hexenzirkeln
und allein praktizierenden Hexen.

Ein Großteil der modernen Hexenkunst ist durch Wicca beeinflusst,
eine Mysterientradition die in den 1950 ger Jahren zum Vorschein kam.
In dieser Tradition wurden Elemente einer bruchstückhaften Hexerei,
mit Elementen der zeremoniellen Magie vermengt und mit den Theorien
der Ägyptologin Margaret Murray (die heute allerdings recht umstritten sind).
Im traditionellen Wicca sind die Hexen in Coven organisiert- Hexenzirkel
die von Hohepriesterinnen und Hohepriestern geführt werden.
Diese Gruppen treffen sich um die „Große Göttin“ und den „Gehörnten Gott“
(der oft mit dem Geweih eines Hirsches dargestellt wird) zu verehren und die
Vollmonde und Sabbate zu feiern. Wicca ist in der ursprünglichen Form eine Mysterientradition, nur durch die Initiation wird man in die Coven aufgenommen und zur Hexe geweiht (nach deren Auffassung und Auslegung),

Durch Bücher und durch das Internet wurden Vorstellungen und Praktiken
der Wicca verbreitet und vor allem auch von vielen alleinpraktizierenden Hexen aufgenommen, für ihre eigene spirituelle Praxis. So zelebrieren heute viele moderne Hexen Rituale die ursprünglich aus dieser Tradition stammen- ohne das diese Hexen
in diesem „System“ ausgebildet und eingeweiht wurden.
Für viele Hexen scheint die durch Wicca beeinflusste Hexenkunst zu passen.
Doch sind auch viele Vorstellungen aus der modernen „Mainstream-Esoterik“
in die moderne Hexenkunst eingeflossen, diese Elemente haben sich mit denen der
Wicca-Tradition vermengt und haben zur eklektischen Hexerei geführt-
ein „System“ bei dem jede Gruppe oder jede allein praktizierende Hexe
sich aus den verschiedensten Traditionen und Strömungen der Hexerei
das „zusammenbastelt“- das für sie oder ihn passt.

Im deutschsprachigen Raum haben sich vor allem die Vorstellungen und
Praktiken der Wicca Tradition verbreitet- und die eklektische Hexerei.

Im englischen Sprachraum gibt es neben der oben beschriebenen Hexenkunst,
noch andere Strömungen und Traditionen, welche nicht durch Wicca beeinflusst
sind. Dort hat sich der Begriff Traditional Witchcraft (traditionelle Hexerei) entwickelt,
dieser beschreibt verschiedene Strömungen, die sich von Wicca und der modernen
eklektischen Hexerei abheben und abgrenzen.

Traditionelle Hexerei:

In den verschiedenen Strömungen der traditionellen Hexerei ist die Hexenkunst
stark mit dem Land verbunden, mit den lokalen Geistwesen und Kraftorten,
vor allem mit denen des Ortes indem die Hexe lebt. Traditionelle Hexerei ist mehr ein Handwerk, man wird nicht zu einer Hexe oder zu einem Hexer, wenn man die Große Göttin und den Gehörnten Gott verehrt, die Jahreskreisfeste feiert, oder sich zu Vollmond mit einem Coven trifft.
Hexe wird man aus dieser Sichtweise- wenn man sich die Hände schmutzig macht
und Hexerei praktiziert. Das heißt Verbindungen aufbaut, zu dem Ort indem man lebt,
zu den Geistwesen die einen umgeben, wenn man Zauberei praktiziert. Und vor allem durch den Kontakt zu den Familaren (die Schutz- und Hilfsgeister) der Hexe. Indem man die eigenen magischen Begabungen erkennt, kultiviert und fördert und lernt auf die eigene Intuition zu hören.

Dies soll die durch Wicca beeinflusste Hexerei nicht herabsetzen, für viele Menschen
passen die Sichtweisen und die Moralvorstellungen und auch ich selbst habe mich eine ganze Zeit in dieser „Strömung“ bewegt.

Mit dieser Seite möchte ich einen Einblick in die traditionelle Hexerei geben,
ich möchte aber betonen, dass alle was ich hier schreibe und veröffentliche,
nur meine eigenen Einstellungen und Erfahrungen
widerspiegelt.

Moderne Hexerei???

Veröffentlicht von hekatetempel am August 9, 2010
Veröffentlicht in: Hexerei. Schlagwort: Hexe, Hexenkunst, Hexerei, Wicca. Ein Kommentar

Definitionen:

Hexen sind Menschen die ihre natürlichen und erlernten Fähigkeiten mit Magie umzugehen nutzen, um Veränderungen in ihrem eigenen Leben und dem Anderer herbeizuführen. -Ulrike Ascher

Hexen lernen Magie, um zu heilen wo wunden sind,
Liebe zu bescheren, wo Haß ist,
Mitleid zu spenden wo Grausamkeit ist,
um auf das, was falsch ist, mit dem zu antworten, was richtig ist.
Und so üben wir Magie aus, um das Gleichgewicht wiederherzustellen,
um negative in positive Energie zu verwandeln.
– Phyllis Curott

Hexen sind in der Lage bewusst
die Hecke zu überschreiten-
jene Schwelle die geistige und
materielle Welt gleichzeitig trennt
und verbindet.
Sie sind Grenzgänger, Zaunreiterinnen, Heckensitzer,
Vermittler zwischen beiden Ebenen.
– Florian Schlie 

Das Wort Hexe:
Vor garnicht allzulanger Zeit wäre kaum jemand
auf die Idee gekommen, sich selbst als Hexe
oder Hexer zu bezeichnen. Denn dies hätte jeden
in Lebensgefahr gebracht.
Als Hexe oder Hexer wurde man nur von Anderen
betitelt und meist wurden Menschen der Hexerei
angeklagt die mit Hexenkunst in Wirklichkeit garnichts
zu tun hatten (vor allem während der Reformation war es bei Christen sehr modern, Anhänger der jeweils anderen Konfession anzuklagen).

Obwohl der Großteil der Menschen, die während des Hexenwahns in der Neuzeit, als Hexen verurteilt und verbrannt wurden- mit wirklicher Hexerei nichts zu tun hatten, gab es auch Menschen die wirklich
Hexerei praktizierten.
Dies scheint ein Widerspruch zu sein, den ich aber jetzt versuchen werde aufzuklären.

Vor der Christianisierung gehörten magische Praktiken zum Alltag der Menschen. Und Einige spezialisierten sich auf diese magischen Praktiken und führten diese auch für andere Menschen aus.
In jeder Gemeinschaft gab es Menschen die sich mit Magie und Zauberei auskannten und den Umgang mit Geistern und Göttern. Einige übten diese Techniken und Fähigkeiten nur ab und an aus, wenn sie Bedarf in ihrem Leben hatten.

Andere widmeten sich intensiver der Magie und wurden zu Meistern ihres Handwerks.
Sie waren die weisen Frauen und kundigen Männer, zu denen die Menschen gingen, wenn sie Rat und Hilfe brauchten. Ähnlich wie Schamanen und Medizinmänner
in anderen Kulturen, stellten die weisen Frauen und kundigen Männer für die Menschen ihrer Gemeinschaft den Kontakt zur geistigen Welt her.
Sie waren Vermittler zwischen der Welt der Geister (Ahnen, Götter) und der Welt der Menschen.

Die Wurzeln des Wortes Hexe liegen im Althochdeutschen Hagazussa.
Dieses Wort beschreibt ein Wesen, das in einer Hecke weilt. Die Hecke ist eine natürliche Schwelle zwischen zwei Gebieten, der Sicherheit des Dorfes und der ungezähmten Wildnis. Wer genau auf der Schwelle weilt hat somit Zugang zu beiden Seiten und kann zwischen den Ebenen vermitteln. Im übertragenen Sinne ist die Hecke ein Symbol für die Grenze die Diesseits und Jenseits durchtrennt und verbindet- Zivilisation und Natur, Unterwelt und Menschenwelt und im modernen Sinne auch Unterbewusstsein und Bewusstsein.

Christliche Einflüsse:
Nach der Christianisierung lebten viele magische Praktiken im Volksglauben und Brauchtum fort, auch viele heidnische Glaubensvorstellungen.
Aus diesen Resten von heidnischer Religion und magischen Brauchtum wuchs die Hexerei.
Aus den weisen Männern und Frauen wurden die Hexer und Hexen der christlichen Zeit.
Sie waren Hebammen, Kräuterfrauen, Wahrsager,
Totenbegleiter, Heiler. Man ging zu ihnen in
Zeiten der Not, um magische Hilfe und Unterstützung zu bekommen.
Doch haben diese wirklichen Hexen sich selbst nie
als Hexen bezeichnet- sie verbargen ihre magischen Praktiken, Weisheiten und Bräuche im Deckmantel des Christentums und der Verschwiegenheit.
Denn als Hexe denunziert zu werden bedeutete in früheren Zeiten den Tod.
Trotzdem starb die Volksmagie nie aus und überlebte so von Ort zu Ort in verschiedener bruchstückhafter Form.

Heutige Verwendung:
In der heutigen Zeit wurde das Wort Hexe zu einer Selbst-Identifikation, das von den verschiedensten Menschen für sich benutzt wird.
Ein Großteil der Menschen die sich heute als Hexen bezeichnen- tun dies aus religiösen Gründen. Für viele moderne Hexen ist „Hexe sein“ eine Religion. Sie glauben an die Große Göttin und den Gehörnten Gott, verbinden sich mit der Kraft der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten. 
Viele Frauen sehen in dem Archetyp der Hexe
ein Machtsymbol für Frauen- mit dem sie sich verbinden und identifizieren.

Dann gibt es noch die Hexen die sich selbst eher in der Tradition der weisen Frauen und kundigen Männer sehen- Hexerei eher als Handwerk sehen, statt als Religion. Die danach streben ihre natürlichen Fähigkeiten der Magie auszubauen und für sich und ihre Umgebung einzusetzen. Manche nur für sich persönlich um das eigene Leben kreativ und positiv zu gestalten, andere auch für andere Menschen, ähnlich wie die weisen Männer und kundigen Frauen früherer Zeiten oder Schamanen in anderen Kulturen.

Ich selbst sehe die Hexerei eher aus dem letzteren
Blickwinkel. Für mich ist Hexerei ein Handwerk- aber auch ein
spiritueller Weg. In der modernen Hexenkunst verschwimmen die Grenzen zwischen Religion, Spiritualität und magischem Handwerk miteinander und so ist Hexerei heute wieder eine Erscheinung die zwischen den Dingen ihre Spähre hat, zwischen Religion und Magie, zwischen Spiritualität und Handwerkskunst auf der Schwelle als Bindeglied zu allen Seiten.

Neudefinierung der Hexerei:
Während die Hexerei in früherer Zeit mit sehr negativen Vorstellungen belegt war, ändern sich die Vorstellungen über Hexen und Hexerei in der heutigen Zeit stark.
Neben das archetypische Bild der bösen Märchenhexe, mit dem viele Kinder in der Vergangenheit aufwuchsen, wird nun ein neues Hexenbild entgegengesetzt.
Die Hexe wird von ihrer negativen Bedeutung befreit und wieder auf das eigentliche Hexenbild zurück gebracht. In den heutigen Romanen, Filmen, Serien und Erzählungen über Hexen, treten sie nicht mehr als unheilvolle Teufelsanbeter auf , sondern als magisch begabte Menschen, die mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten anderen Menschen zur Seite stehen. In der Fiktion der heutigen Zeit ist aus der bösen Hexe der Vergangenheit eine Helden- und Identifikationsfigur geworden.

Da sich das Hexenbild im Bewusstsein der Menschen verändert hat- treten die wirklichen Hexen wieder
aus ihren Besenkammern hervor.

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